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Beau Jeu 2016 - Die Geschichte des offiziellen Spielballs der EM

Eigentlich ist es ja nur ein Ball. Dass der Turnier-Fußball aber eine lange Geschichte hat und sogar bei jedem Turnier einen anderen Namen trägt, war für uns Anlass genug, einen Artikel dazu zu schreiben. "Echt? Die Idee, einem Fußball einen Namen zu geben, kann nur von einem Mann stammen, denn die rechnen Bällen schon rein aus anatomischen Gründen eine viel größere Bedeutung zu als es Frauen tun würden!" sagte mir die Freundin meines besten Kumpels, als ich ihr erzählte, dass ich einen Blogbeitrag über den EM-Ball schreibe. Ob es wirklich ein Mann war, der auf die Idee kam? Egal! Wer einfach nur einen Fußball sucht, sollte jetzt aufhören zu lesen und sich zu unseren Bällen im Shop klicken.

Zurück zur Story: Ab heute gibt es den neuen Ball für die EM in Frankreich 2016. Sein Name ist "Beau Jeu", was übersetzt "Schönes Spiel" bedeutet. Das Design wird zu jedem Release komplett überarbeitet. Den ersten EM-Ball mit Namen gab es 1972 in Belgien. Er hieß "Telstar Durlast" und wurde bereits zur WM in Mexiko 1970 gespielt. Den Namen fand man so gut, dass dieser auch 1976 in Jugoslawien zum Einsatz kam.

1980 in Italien musste dann mal wieder "ein Neuer" her, eine Innovation! Der Spielball hieß Tango Italia. Mh, innovativer Name? Irgendwie schon, denn das Spiel am Ball gleicht bei vielen Spielern zu dieser Zeit einem Tanz. Der Ball war geprägt durch 20 gleichförmige Triaden, die zwölf Kreise ergaben. Viele weitere Bälle ähnelten dem Tango Italia in seinem Grund-Design. Cooler Ball, schon alleine deswegen, weil die Deutschen 1980 Europameister wurden.

Next! 1984, mal wieder Tango, dieses Mal aber "Tango Mundial". Dieser Ball war durch seine Technologie vom Gewicht her wesentlich leichter als seine Vorgänger. Zudem sorgte die eingesetzte Polyurethanbeschichtung für einen gewissen Regenschutz, so dass sich der Ball nicht mehr so sehr vollsaugen konnte. Kopfbälle bei Regen waren somit nicht mehr mit einem halben Schädelhirntrauma verbunden und sicherlich auch beliebter als vorher.

Spaß bei Seite! 1988 in Deutschland kam der "Tango Europa", ein Fußball, der zum ersten Mal komplett aus synthetischem Material bestand. Er nahm noch weniger Feuchtigkeit auf und war geprägt von Festigkeit und Stabilität. Hier ein kleines Video, das wir auf Youtube gefunden haben:

1992 hat man es endlich geschafft! Der neue Spielball "Etrusco Unico", der auch schon 1990 in Italien gespielt wurde, war komplett wasserabweisend. Im Ball wurden Polyurethan und Latex verbaut.

1996 erstellte adidas das erste Mal einen farblichen Ball, namens "Questra Europa". Durch die besondere Materialzusammensetzung war er besonders kopfballschonend, der "Aufschlag" auf dem Schädel also weit weniger schmerzhaft. Die Deutsche Elf hatte in England nach dem Golden Goal von Bierhoff im Endspiel am nächsten Tag wohl sicherlich trotzdem Kopfschmerzen.

Belgien und Frankreich 2000: Der "Terrestra Silverstream" kam und läutete eine neue Generation von Fußbällen ein. Viel Technik, die kein normaler Mensch mehr versteht - eine Schicht aus syntaktischem Schaum, eine Füllung aus Mikrobällen, die jeweils mit Gas versetzt waren. Mit dem Silverstream waren viel höhere Fluggeschwindigkeiten möglich als je zuvor. Ziemlich abgefahren!

In Portugal 2004 kam eine weitere bahnbrechende Innovation: Der "Roteiro"! Die Technik? Zu anstrengend, sie hier nieder zu schreiben! Nur so viel: Um die Flugbahn des Balles zu optimieren, wurde auf der Gegenseite des Ventils ein Gewicht eingearbeitet. Die Spieler fanden die Technologie weniger gut und kritisierten den Ball und die eingesetzte "Power Balance Technology" heftig. „Eine Katastrophe“, „wie eine Murmel", "mit Fett eingerieben“ oder „Spielzeug für den Strand“, waren die Meinungen. Da ist man doch gespannt auf 2008, eine weitere Murmel?

In Österreich/ Schweiz 2008 gab es ein technisches Redesign. Der "Europass" hatte eine strukturierte Oberfläche, die an Gänsehaut erinnert. Wie auch schon der Roteiro wurde der neue Spielball nicht mehr genäht, sondern komplett zusammen geschweißt.

2012, Polen und Ukraine. Der "Tango 2012" kam. Der Name ist nicht gerade kreativ, vermutlich deshalb, weil man die Kreativität bereits bei der Technologie verbraten hatte. Auch beim Design war adidas eher retro unterwegs und nahm den Tango von 1978 als Vorbild. Dem Ball wurden aerodynamische Rillen verpasst und bei der Entwicklung wurde im Windkanal getestet, um dem Ball so eine perfekte Präzision zu verpassen.

2016 gibt es nun den "Beau Jeu", über die Technologie ist noch nicht besonders viel bekannt. Wir schätzen schon, dass diese von einem anderen Stern ist. Und deshalb haben wir den Ball auch bei uns im Online-Shop oder im Store am Münchner Marienplatz.

Tja, so viel zum Thema "Nur ein Ball"!

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adidas Beau Jeu bei Sport Münzinger am Marienplatz München